Ventil für die Seele


Ich habe lange nach einer Art gesucht wie ich meine Gedanken, Gefühle und meine Seele, die ich in mir trage, nach Außen bringen kann. Erst war es die Musik, dann die Kunst/ Fotografie und dann das Wort. Ich schreibe nicht, wenn mir nicht danach ist. Ich schreibe, wenn ich es muss. Wenn der Trieb, diese Ruhelosigkeit aufkommt in mir und ich fast das Gefühl habe zu platzen. Das ist auch der Grund warum ihr hier kaum „schöne“ Gedichte findet. Ich verarbeite damit den Umgang mit mir und dem Rest der Welt.

 

  • Berlin im Winter
    Berlin im Winter
  • Berlin im Winter
    Berlin im Winter
  • Stausee Glauchau
    Stausee Glauchau
    Ein ganz besonderer Ort für mich.
  • Tiergehege Glauchau
    Tiergehege Glauchau

Mein Anfang

Mein erstes Gedicht schrieb ich 2007. An diesen Abend, an diese Nacht kann ich mich noch sehr gut erinnern. Mein Weltbild wurde wieder einmal zerstört. Der Mann, der mir den Himmel versprach, für den ich Zeit, Kraft und Liebe aufbrachte, hatte mich verletzt. Nicht zum ersten Mal, aber zum letzten Mal.

Rückblick ins Jahr 2007

Es war gerade knapp einen Monat her, da hatten wir eine ordentliche Auseinandersetzung hinter uns gebracht und nun schien alles wieder gut zu werden. Die Spiegelbotschaft im Bad hatte es mir doch gesagt: „Ich liebe dich“. Ich konnte sie auch noch immer lesen. Sie war noch nicht verschwunden.

Es war ein ganz normaler Tag. Gegen 19:00 Uhr kam eine Nachricht per Handy: „Sorry, aber ich habe gemerkt, dass ich dich doch nicht mehr liebe.“ Unfassbar. Er hatte es gemerkt. Einfach so. Der Boden unter meinen Füßen war plötzlich weg. Da stand ich allein in meinem Wohnzimmer, der Fernseher lief mit aktuellen Nachrichten. Und diese plötzliche Leere in mir füllte den Raum. Alles schien plötzlich weit weg und stumpf. Der Leere folgte sogleich ein tiefbrennendes Gefühl, ein unendlicher Schmerz. Ich hätte schreien können, konnte mich aber nicht mal bewegen. Ich schrieb ihm natürlich nicht zurück, wie auch?

Im nächsten Moment besann ich mich und funktionierte wieder. Ich brachte den Kleinen ins Bett, räumte auf, Geschirrspüler ein, die Wäsche weg… Dann war ich fertig und in diesem Moment kam dieses grausame, fast tötende SeeleGefühl, wieder. Was soll ich damit? Diese Frage stellte ich mir. So ging ich zum Kühlschrank und von der letzten gemeinsamen Party war noch Wodka da. Ich bin sonst kein Fan von Alkohol, aber ich wollte dieses Gefühl betäuben, loswerden…egal wie. Auf dem dem Sofa, völlig verheult und mit der Flasche auf dem Tisch, beschloss ich meine Seele auf´s Papier zu bringen.

Was genau fühle ich

Diese Frage wollte ich mir beantworten. War es Enttäuschung? Wut? Trauer? Und warum genau fühle ich gerade so? Was macht das mit mir und meiner Seele? Ich saß da bestimmt eine ganze Weile, nahm mir Stift und Zettel, konnte mir das ja schließlich nicht alles merken und versuchte mich darauf zu konzentrieren was genau welches Gefühl auslöst. Enttäuschung, weil er mir viele Dinge versprach, die er nie einhielt. Wut über mich selbst, weil ich alles glaubte und doch tief im Inneren wußte, dass es gar nicht wahr sein kann. Trauer über die eigene Naivität und über den eigenen Zustand.

Ich blieb aber an dieser Enttäuschung hängen. Es war ja nicht das erste Mal, dass mich im Leben jemand enttäuschte. Bestimmt habe ich auch schon den einen oder anderen Menschen enttäuscht. Ich schwor mir, dass ich zukünftig darauf achten werde, keine Seele mehr zu enttäuschen.

Das Resultat – Das Gedicht

 


Das Dunkel in mir

„Es ist ja nicht so,
als gäbe es NICHTS.
Doch bin ich anteilnahmslos…

Alles leer in mir, null Emotion.
Was ist los mit mir?
Das bin ich nicht!
Sehe in den Spiegel,
doch, es ist mein Gesicht.

Wo bist Du?
Wo ist der Mensch, der mich zurückholt?

LASS DICH NICHT SO GEHEN!!!

– Doch bin ich nicht schon längst ganz heimlich gegangen? –
…und hab mich am düsteren Ort selbst gefangen?

Dachte ich find den Weg irgendwann selbst zurück ins Licht,
aber Irrtum, denn im Dunkeln sieht man ihn nicht.

Ich bewege mich still im Kreis,
höre nur die laute Stille.

Verlassen werden mich die Kräfte,
ich kann jetzt nur noch liegen,
zum Gehen fehlt mir der Mut,
zum Mut der Wille – dieser kam zum erliegen-
wenigstens lernt meine Hoffnung das Fliegen.“

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