Gedicht: Die Schneekugel

Panisch kletter ich die Straße entlang und die Anderen runter,Schneekugel
Ich kann sie sehen, steigen aus dem Rauch und werden munter.

Los, lauf, bevor sie dich fassen, dich mit Liebe erschlagen, diese Affen!
Jede Berührung tut mir weh, lauf weg… er fällt schon, der rote Schnee!

Alle Gravitationsfeinde in Richtung Glück, ich will nicht zurück!
Erhebe mich aus eurem Geduselsumpf und folge mir selbst in Richtung Triumpf!

Still! Bleib stehen! Schließ schnell die Augen, ich will sie nicht sehen.
Kann sie riechen, hör sie atmen und lautes Flüstern lässt mich ahnen wo sie sind.

Was sind das nur für Menschen mit fundamentalgewachsenen Zukunftsvisionen,
die damit in alle Köpfe platzen? Ich kann es spüren, jetzt ist es soweit.
Ein tiefer Schmerz, eine brennende Hand…sie zieht mich an, sie zieht mich ein… ich will und kann nicht Schrein!

Schwarze Augen gaffen in mich hinein, bedrohen mir mein Ich-Sein.
Münder formen Worte, kann sie nicht verstehen, gehören zu einer anderen Sorte…
Ich kenn sie alle, die da stehen und zu mir runter sehen! Was wollen die hier? Lasst mich gehen!
Jahre hab ich geschwiegen und bin fast erstickt an diesen süßen virulenten Lügen!

Mit Kraft zerschlage ich das Glas, der Schaden ist groß.
Giftige Splitter zerfleischen meine Hände und meinen Schoß.
Der Schnee wird weiß und fängt an zu brennen. Bestrickt und entzückt fang ich an zu schwingen,
zu baumeln und mit mir zu ringen.
Ja, schaut mir ruhig zu und fangt nur an in meiner Scham zu baden.
Ich spende euch die Seife und greife… in den weißen Schnee…

Das Glas ist kaputt – so viel steht fest. Die Flüssigkeit rinnt und es weint, das kleine Kind.
Wollte ich doch nur einmal greifen dieses kleine Ding.
Augen leuchten, wenn sie es sehen, Herzen springen und Kinder singen, stimmen ein mit Heiligenschein.

AradiA

Medienmanagerin B.A.